Atlas der gastroenterologischen Endoskopie
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Allgemeines zu gastrointestinalen Stromatumoren (GIST)
GIST sind seltene mesenchymale Tumore des Gastrointestinaltraktes (Nervengewebe, glatte Muskulatur) und entstehen vermutlich aus mesenchymalen Stammzellen mit teilweiser Differenzierungsfähigkeit. Sie stellen eine relativ neue Entität gastrointestinaler Tumore dar und unterscheiden sich histologisch und immunchemisch von Leiomyomen und Neurinomen. Häufigste Lokalisation ist der Magen. Neben den oft fehlenden klassischen Zeichen der Malignität (Invasivität, Metastasen) unterscheidet die histologische Charakterisierung nach verschiedenen Kriterien zwischen benignen und malignen Läsionen (Zellreife, Zytoplasmagehalt, Mitoseaktivität, Zellpleomorphismus). Dabei scheinen Tumore mit hohen Mitoseraten und einer Größe über 5 cm sicher maligne zu sein. Verschiedene Oberflächenantigene und genotypische Merkmale grenzen die GIST von Leiomyomen und Neurinomen ab.
Gastrointestinaler Stromatumor (GIST) mit arterieller Blutung
GIST GIST
Arterielle Blutung (Forrest Ia) aus einem Ulkus an der Oberfläche eines submukös gelegenen Tumors im Bereich des Magenkorpus. Nach Unterspritzung der Blutung mit 3 ml Fibrinkleber wird eine Hämostase erreicht. Ein Fibrinfaden tropft vom Tumor in das Magenlumen ab.
GIST In seiner gesamten Größe misst der Tumor 4 cm. Die Schleimhaut weist keine Veränderungen auf, so dass die vermutete submuköse Lage endoskopisch erhärtet wird.
Der Operationssitus zeigt den eröffneten Magen mit dem Tumor an der Korpushinterwand. Zwei oberflächliche Ulzera kommen auf dem Tumor zum Vorschein. Das im Bild unten gelegene Ulkus ist als die Blutungsquelle anzusehen. Die histologische Aufarbeitung des Präparates ergibt einen GIST (vom Typ des Leiomyoms) mit niedrigen Mitoseraten. GIST
GIST grenzwertiger Dignität
GIST Über 5 cm großer Tumor, der großkurvaturseits im Magenkorpus liegt. Die Mukosa ist etwas gerötet, sonst aber unauffällig. Man hat den Eindruck, das gelbliches Gewebe durchscheint und der Verdacht auf ein submuköses Lipom besteht. Trotz Knopflochbiopsie kann eine Diagnose nicht gestellt werden. Erst die histologische Untersuchung des Operationspäparates ergibt die Diagnose eines GIST mit grenzwertiger Dignität (Tumorgröße, Nachweis verschiedener Oberflächenantigene - Vimentin, MIB 1, Desmin - in unterschiedlicher Expression).
GIST mit Ulzeration
GIST mit Ulkus GIST mit Ulkus
Ulzerationen und Blutungen aus diesen Tumoren treten wie oben gezeigt häufig auf, wobei ihr Gefäßreichtum sicherlich eine Rolle spielt.