Atlas der gastroenterologischen Endoskopie
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Die verschiedenen Kolitisentitäten, die in diesem Kapitel dargestellt werden, sind zum Teil in ihrem Erscheinungsbild sehr ähnlich. Das mag dadurch plausibel werden, dass die Kolonschleimhaut auf einen akuten oder chronischen Reiz nur eine begrenzte Zahl an Reaktionsmöglichkeiten hat. Neben dem endoskopischen Bild ist so in besonderem Maß die klinische Symptomatik von Bedeutung. Wir haben deshalb versucht, in einer kurzen tabellarischen Übersicht die häufigsten Differentialdiagnosen der Kolitis zusammenzufassen.
Infektiöse Kolitis - Staphylokokkenenteritis
infektiöse Kolitis infektiöse Kolitis
Es besteht ein Zustand nach Rektumamputation mit Anus praeter-Anlage bei Rektumkarzinom. Begünstigend für die Infektion ist eine vorausgegangene Chemotherapie. Klinisch imponieren blutige Diarrhöen, Fieber und ein stark reduzierter Allgemeinzustand. Links ausgedehnte Schleimhautnekrosen mit Blutung im Colon descendens bei infektiöser Kolitis (Staphylokokken). Der Befund reicht bis zur linken Flexur, so dass initial die Verdachtsdiagnose einer ischämischen Kolitis gestellt wird. Diese kann nicht bestätigt werden. Die Sicherung der Infektion erfolgt mikrobiologisch im Stuhl und histologisch. Rechts Kontrolle nach 2-wöchiger Antibiose. Die Schleimhaut hat sich weitgehend erholt und zeigt abheilende Nekrosen mit erythematösem Randsaum und umgebender Rarefizierung der Gefäße.
Infektiöse Kolitis bei unbekanntem Erreger
infektiöse Kolitis Es bestehen ein Schleimhautödem mit hämorrhagischen Läsionen und eine fehlende Gefäßzeichnung des Darms. Der Befund erstreckt sich vom Rektum bis zum aboralen Drittel des Transversums. Klinisch sind Diarrhöen und ein kürzlicher Infekt zu eruieren. Die Histologie ergibt eine infektiöse Kolitis. Ein Erreger im Stuhl kann nicht nachgewiesen werden.