Atlas der gastroenterologischen Endoskopie
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Blutung nach Papillotomie
Spätblutung nach EPT - Koagel Sickerblutung aus Papillendach
Indikation zur EPT ist ein symptomatischer Verschlussikterus bei Zustand nach Cholezystektomie. Drei Tage nach EPT und Steinextraktion kommt es zu heftigen Koliken. Die ERCP ergibt eine massive Blutansammlung im mittleren Duodenum. Die Papille ist von einem großen Koagel bedeckt. Nach Lavage und Absaugen des Blutes kann die Blutung im Dach der Papille lokalisiert werden. Es ist deutlich eine aktive Sickerblutung zu sehen.
Gefäßstumpf im Papillendach Röntgen Koagel
Zur Blutstillung wird Adrenalinlösung (1:20000) appliziert. In der Nahaufnahme stellt sich über der Injektionsnadel ein großer Gefäßstumpf dar. Als Ursache der Koliken finden sich dann in der Röntgendarstellung Kontrastmittelaussparungen.
Gallengangslavage Gallengangsstent und Kontrolle nach 2 Tagen
Unter dem Verdacht auf eine Hämobilie erfolgt die Lavage der Gallenwege, bei der sich reichlich Blut und Koagel entleeren. Zur Sicherung des Galleabflusses wird ein langer Stent bis zur Hepatikusgabel vorgeschoben. Wegen eines Blutungsrezidivs am nächsten Tag kommt diesmal zur Blutstillung Fibrinkleber zum Einsatz. Damit ist eine definitive Versorgung der Hämorrhagie möglich. Auf dem Bild ist die Kontrolle zwei Tage nach letzter Blutstillung zu sehen. Auch bei kleinen Papillotomien ist die Gefahr einer Spätblutung gegeben, besonders dann, wenn eine größere Arterie im Papillendach verläuft, wie das Beispiel zeigt.